In Verbo Tuo

                                        Il Responsabile Generale

 

Videobotschaft 1. Januar 2022

 

Liebe Brüder und Schwestern, anlässlich des Beginns des neuen Jahres grüße ich euch mit dem Ruf der Engel, den wir in der Weihnachtsnacht gehört haben: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die er liebt.  Dieser Gruß, der die Geburt des Friedensfürsten auf Erden willkommen heisst, wird in ähnlicher Weise am Ostertag erklingen, wenn Jesus selbst zu den im Abendmahlssaal versammelten Jüngern sagen wird: Friede sei mit euch! Das ganze Leben Jesu ist »eingeschlossen« in den Gruß des Friedens, der sich in all seiner Sendung entwickelt und Gestalt annimmt: das Leben in Fülle zu bringen und die Liebe des Vaters bekannt zu machen. Wie der heilige Paulus sagt, ist Er unser Friede, derjenige, der die beiden Völker zu einem Volk gemacht hat, indem er die Mauer der Trennung, das heißt die Feindschaft, die zwischen beiden herrschte, niedergerissen hat.

Die Verkündigung der Engel an Heiligabend bezeugt genau den Abriss dieser Mauer der Trennung zwischen Gott und den Menschen. Er ist Emmanuel, Gott mit uns! Indem der dreißigjährige Jesus seine Apostel auswählt und so unterschiedliche Menschen zusammenbringt (Zeloten und Zöllner, ungebildete, einfache Menschen und Weise), zeigt er den Abriss der Mauer der Trennung; indem Jesus mit der Samaritanerin am Brunnen stehen bleibt oder den Aussätzigen durch seine Berührung heilt; indem er sowohl beim Pharisäer Simon als auch beim  Zöllner Zachäus einkehrt; indem er dem Dieb oder der Frau, die beim Ehebruch erwischt wurde, vergibt; indem er die Kinder oder die kanaanitische Frau willkommen heißt, reißt Er die Trennmauer von neuem wieder ein.

Jesus, unser Friede, ist das vollkommene Vorbild, dem wir nachahmen sollen. Heute ist es dringender denn je, das Charisma treu zu leben, das der Herr uns durch Maria geschenkt hat und das die Kirche anerkannt hat und welches zu leben sie uns eingeladen hat.

Das gerade zu Ende gegangene Jahr war auch für uns von all den Nachwirkungen der Weltlage im Zusammenhang mit Covid gekennzeichnet. Wie ich wiederholt bei verschiedenen Gelegenheiten erklärt habe, hat Covid so viele Schwächen zum Vorschein gebracht, die in unserer Gesellschaft – und in uns – bereits verborgen lagen. Die starke Opposition, die Spannungen, die entstanden sind, sind das offensichtlichste Zeichen dafür, dass die Welt, die Kirche und jeder von uns immer noch den Frieden brauchen. Und trotz unserer Zerbrechlichkeit und Armut sind wir aufgerufen, unseren kleinen Beitrag zur Schaffung des Frieden zu leisten.

An diesem Weltfriedenstag hat der Heilige Vater drei Mittel für den Aufbau eines dauerhaften Friedens aufgezeigt: den Dialog zwischen den Generationen, die Erziehung und die Arbeit. Eine Botschaft, zu der ich euch einlade, zurückzukehren, darüber zu meditieren und sie zu leben, als Einzelne und als Gemeinschaft.

Gewiss ist der Dialog zwischen den Generationen auch für unsere kirchliche Familie von grundlegender Bedeutung. In Anlehnung an den Papst wollen wir das gegenseitige Vertrauen nähren, das für einen aufrichtigen und fruchtbaren Dialog notwendig ist. Dialog bedeutet Zuhören, konfrontieren, sich einigen und gemeinsam gehen. All dies zwischen den Generationen zu fördern bedeutet, die Weisheit des Lebens begriffen zu haben: "Auf der einen Seite brauchen die jungen Menschen die existentielle, kluge und geistliche Erfahrung der alten Menschen; Auf der anderen Seite brauchen die älteren Menschen die Unterstützung, Zuneigung, Kreativität und Dynamik der Jugendlichen. Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen und die Prozesse der Schaffung des Friedens sind ohne den Dialog zwischen den Hütern der Erinnerung – den Alten – und denen, die die Geschichte voranbringen – den Jungen [...] nicht möglich. Wenn wir in Schwierigkeiten diesen Dialog zwischen den Generationen zu praktizieren wissen, "können wir gut in der Gegenwart verwurzelt sein und uns von dieser Position aus der Vergangenheit und der Zukunft widmen: Die Vergangenheit kennen, aus der Geschichte lernen und die Wunden heilen, die uns manchmal beeinflussen; uns um die Zukunft kümmern, um Begeisterung zu nähren, um Träume aufquellen zu lassen, um Prophezeiungen zu wecken, um Hoffnungen aufblühen zu lassen. Auf diese Weise können wir vereint voneinander lernen." Wie könnten Bäume ohne Wurzeln wachsen und Früchte tragen?"

An zweiter Stelle ist die Rede von Bildung als Bewegkraft des Friedens. Der Papst prangert an, dass "in den letzten Jahren das Budget für Ausbildung und Bildung auf weltweiter Ebene erheblich zurückgegangen ist, wobei diese eher als Ausgaben und nicht als Investitionen verstanden werden", während wir uns bewusst sind, dass sie die Grundlage der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung sind: Sie machen die Person freier und verantwortungsbewusster und sind unverzichtbar für die Verteidigung und Förderung des Friedens. Wenn sich der Aufruf zu Investitionen hauptsächlich an diejenigen richtet, die staatliche Verantwortung tragen, werden wir um ein konsequenteres Engagement zur Förderung der Kultur der Fürsorge gebeten, einer echten gemeinsamen Sprache, die Barrieren abbaut und Brücken baut. Der Papst lädt uns ein, in ein neues kulturelles Paradigma zu investieren, durch "einen globalen Bildungspakt für und mit den jüngeren Generationen, welcher die Familien, Gemeinschaften, Schulen und Universitäten, Institutionen, Religionen, Regierungen, ja die ganze Menschheit dazu aufruft, reife Menschen zu formen". Ist das nicht unsere Mission in der Kirche?

An dritter Stelle geht es um die Arbeit als Werkzeug für den Frieden. "Arbeit ist ein unverzichtbarer Faktor für den Aufbau und die Erhaltung des Friedens. Sie ist ein Ausdruck von sich selbst und seinen Gaben, aber auch Engagement, Anstrengung, Zusammenarbeit mit anderen, weil man immer mit oder für jemanden arbeitet [...] "Wir dürfen nicht versuchen, die menschliche Arbeit mehr und mehr durch den technologischen Fortschritt zu ersetzen: Wenn die Menschheit dies tut, würde sie sich selbst schaden. Arbeit ist eine Notwendigkeit, sie ist Teil des Sinns des Lebens auf dieser Erde, ein Weg der Reifung, der menschlichen Entwicklung und der persönlichen Erfüllung.« Die persönlich-menschliche Dimension der Arbeit wichtiger zu nehmen als die absolute Leistung und Effizienz ist ein Kriterium, das unsere gemeinsamen Entscheidungen animieren soll.

Und jetzt kommen wir zu unserer Gemeinschaft, die sich darauf vorbereitet, mit ihrer Mission wieder neu anzufangen, ohne jedoch vorher den Blick auf das vergangene Jahr und eine Perspektive auf das neue aus den Augen zu verlieren.

Für alles, was geschehen ist, sagen wir dem Herrn DANKE. Es ist fast unmöglich, alle überreichen Gnaden zu erwähnen, die über uns und über diejenigen, die die Vorsehung uns begegnen ließ, ausgegossen wurden, aber ich stimme mit dem Papst überein, dass die Pandemie auch für uns unsere Kreativität begünstigt hat, um den Menschen nahe zu bleiben: Am 6. Januar begannen wir die internationalen Treffen der CMOP auf einer digitalen Plattform,  eine Erfahrung, die sich als sehr bereichernd erwies. Eine Erfolgsformel, die dann zum Vorbild für andere Begegnungen junger Menschen wurde. Heute ist die digitale Präsenz der CMOP ein Grund großer Freude und Dankbarkeit gegenüber dem Herrn.

Außerdem haben wir von verschiedenen Häusern aus, auf einer digitalen Plattform, das Rosenkranzgebet, Exerzitien, Gebetswachen, Schulungen, das aus Italien übertragene Meeting usw. angeboten.

Wo immer möglich, setzten wir unsere Aktivitäten in Präsenz fort: Exerzitien für junge Leute, ein Monat für mich, Mini-Festivals, Empfang von Pilgern usw. Ich erinnere mich besonders an das Treffen in Brasilien, den Empfang einer großen Gruppe junger Deutscher in Medjugorje anlässlich des Jugendfestivals, das Septemberseminar über das Charisma, die Woche der Ausbildung für die Verantwortlichen und Ausbilder und die neue Einweihung des Projektes in Quixadà.

Ein Ereignis großer Freude war die Feier des hundertsten Geburtstags von Mutter Adelaide, der Mutter von P. Luca, die mit uns in Passo Corese lebt.

Für unsere Gemeinschaft war es ein wichtiges Jahr für Berufungen:

-          Unter den Geweihten haben wir im Februar in Kamerun feierlich die ewigen Gelübde von Sr. Corrine und den Beginn des Noviziats von Charbel und Ephrem gefeiert. Am 15. September begann José dann in Quixadà sein Noviziat. Ausserdem gibt es verschiedene Aspiranten auf den drei Kontinenten, die wir der Obhut Mariens anvertrauen. Darüber hinaus feierten wir in diesem Jahr den 25. Jahrestag der Weihe von Sr. M. Therese und Sr. Elizabete sowie den 25. Jahrestag der Priesterweihe von P. Andrea.

-          Unter den Ehepaaren hatten wir im Juli, anlässlich des Treffens der CMOP in Brasilien, die ewigen Gelübde von Fernando und Overlandia, außerdem den Beginn des formativen Weges von drei Paaren, João Batista und Claudilene, Carlos und Jailsa, Germano und Adriana, zu denen im Dezember noch drei andere hinzukamen: Alex und Nadir, Dirceu und Antonia, Leonardo und Priscila. Am 12. September begann ein anderes Paar, Gerard und Monica, den formativen Weg mit den Paaren aus dem Latium, während Vincenzo und Isabella am 16. Oktober zum ersten Mal ihr Friedensgelübde in der Gruppe der Paare in der Region der Marken ablegten. Ebenfalls in der Region der Marken wurde Mauro Paris am 8. Dezember vom Bischof von Jesi, Mgr. Gerardo Rocconi, zum ständigen Diakon geweiht. Darüber hinaus bitten zahlreiche andere Paare aus verschiedenen Regionen darum, den Weg der Unterscheidung und Formation innerhalb unserer kirchlichen Familie einschlagen zu können, und für sie hat der Einführungskurs begonnen.

-          Unter den Säkularen hatten wir am 10. Oktober die ewigen Gelübde von Michael in Deliceto. Auch aus diesem Sektor gibt es verschiedene Anfragen nach Formation und Unterscheidung (in Brasilien und Sardinien), alle vor dem Jahr Null.

Zwei andere Momente waren dagegen besonders schmerzhaft, aber ebenso von Dankbarkeit geprägt: der Abschied von Br. Ezechiele (30. Mai) und Sr. M. Anne (12. September), und mit ihnen möchte ich an die vielen Lieben, Familienmitglieder und Wohltäter erinnern, die in diesem Jahr auch die Oase des Friedens im Himmel wachsen ließen.

Es ist auch schön, die vielen Weihen an Jesus durch Maria hervorzuheben, die in all unseren Häusern stattgefunden haben, und die Wege für die Mitarbeiter, die in mehreren Bereichen mit neuer Kraft wieder aufgenommen wurden.

Nachdem wir uns erinnert und gedankt haben, wollen wir Gottes Barmherzigkeit für unsere Untreue erflehen, die oft nicht sofort sichtbar, aber doch immer reichlich vorhanden ist, und unseren Akt des Vertrauens und der Hingabe an Gott erneuern.

Wir wollen dieses neue Jahr mit Zuversicht und Hoffnung beginnen und verantwortungsvoll und ernsthaft auf unsere Sendung in der Kirche antworten. Darüber hinaus beginnt der Text Jesajas, der uns das Geschenk des Friedensfürsten ankündigt, mit einer Nachricht des Heils: »Die Menschen, die in der Finsternis wandelten, haben ein großes Licht gesehen«. Gott ist treu und auch in der Unsicherheit des Lebens gegenwärtig. Für alles, was kommen wird, sagen wir ihm HIER BIN ICH.

Ich segne euch von Herzen.

 

Der Generalverantwortliche

P. Martin von der Unbefleckten, CMOP.

 

 

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